Roelof und seine Brüder
Der siebte Sohn, Roelof, verliess das Elternhaus, um die Prinzessin zu suchen, die ein Drache hielt. Unterwegs fand er einer nach dem andern sechs Brüder, die das gleiche wollten. Er hatte sechs Brüder durch Blut; er fand sechs Brüder auf dem Weg. Er nahm sie nicht mit.
1 Die Sechs
Roelof traf den ersten Bruder weinend auf einem Stein, weil er den Weg nicht wusste. Roelof: «Es ist ein Weg. Kein Irrtum möglich.» Er ging weiter. Der zweite ass. Der dritte trank. Der vierte kämpfte mit sich. Der fünfte schlief. Der sechste träumte, er habe die Prinzessin schon.
2 Roelofs Gründe
Jeder fragte: «Gehst du mit?» Roelof sechsmal nein. Sechs Gründe. Erstem: «Ich kenne den Weg, du nicht.» Zweitem: «Ich esse unterwegs, du bleibst sitzen.» Drittem: «Wein drückt die Schritte um die Hälfte.» Viertem: «Wer mit sich kämpft, nimmt sich mit.» Fünftem: «Aufwachen dauert mir zu lang.» Sechstem: «Wer die Prinzessin im Traum hat, hat sie schon, und bleibt dort.»
3 Das Ende
Roelof kam zum Drachen. Der Drache stellte ein Rätsel; Roelof eines; der Drache gab die Antwort, falsch. Der Drache ging aus Höflichkeit. Roelof befreite die Prinzessin. Er heiratete sie. Bei der Hochzeit sassen Roelofs sechs Blutbrüder und die sechs Wegbrüder, zwölf zu Tisch, plus Roelof: dreizehn.
Bei der Suppe stand Roelof auf und sagte zu den zwölfen: «Ich danke euch, dass ihr nicht mitgekommen seid. Dankt euch selbst, dass ihr weintet, asst, trankt, kämpftet, schlieft oder träumtet, als ich kam. Die Prinzessin ist da. Aber die Prinzessin kam nur für den, der ohne Gesellschaft geht, denn der Drache hätte uns nie alle zugleich passieren lassen.» Die sechs Wegbrüder nannten ihren Namen. Keiner trug einen, den Roelof zuvor gehört hatte. Schluss: «Roelof hatte sechs Brüder durch Blut. Er fand sechs durch Weg. Er liess die zwölf und behielt sich.»
Vie FelineKattengedrag en vachtverzorging
Heimweer.be — Europees Erfgoed Bewaard


