Das Licht von Zeerijp
Der Jacobuskirchturm zu Zeerijp steht seit 1535. In Sturmnächten brennt seit 1672 ein Licht im oberen Lukenfenster — ohne Lampe, ohne Leiter, ohne Erklärung. Das Licht hilft Schiffen auf der Ems.
1 Wann
Nicht jeder Sturm. Nur Stürme, in denen ein Schiff in Not ist — so die Tradition. Der Küster sieht es von seinem Haus über dem Friedhof. Gelb-weiss, hell wie eine Olellampe, brennt solange das Schiff nicht sicher. In Delfzijl angekommen oder versunken — erlischt. In 351 Jahren 157mal gesehen: 89 Schiffe sicher, 52 versunken, 16 unbekannt.
2 Schiffer und Küster
1923: Schiffer Jurjen de Boer fuhr im Sturm 14. November und sah das Licht. Er steuerte darauf zu, kam sicher nach Delfzijl. Ging nach Zeerijp dem Küster danken. Sikko Knol: «Dank dem Turm, nicht mir. Ich habe keine Lampe angezündet. Ich sah das Licht, wie du es sahst.» Sikko Knol starb 1947. De Boer bis 1969. Letztmals gesehen 28. Januar 2024 bei Sturm, als ein Binnenschiff bei Termunten weggespült wurde — alle drei Mann lebend in Delfzijl aufgenommen.
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