Die Feen von Plouhinec
An der Ria d’Etel bei Plouhinec leben sieben Wasserfeen. Anders als die Menhir-Korrigans und die Meer-Morgans sind sie die boudiged ar ster, Mündungs-Feen. Sie zeigen sich nur Fischern, die über ihren Fang nicht lügen.
1 Die Fang-Prüfung
Du fischst in der Ria. Du holst dein Netz. Vor der Heimkehr zum Hafen zählst du deine Fische laut. Sagst du «ich habe siebzehn», hast aber achtzehn (weil du einen verbirgst, um ihn nicht anzugeben), zeigt dir keine Fee etwas. Sagst du «siebzehn» und hast genau siebzehn, dann winkt dir eine Fee vom Ufer. Sie zeigt dir, wo du nächstes Mal das Netz auswerfen sollst. Du verdoppelst den Fang — aber musst ihn ganz angeben.
2 Vater und Sohn
1908 sah Yves Le Foll, Fischer aus Plouhinec, seine erste Fee mit dreissig — er hatte zwanzig Jahre ehrlich gefischt. Sein Sohn Job, zwölf, war dabei. Yves zu Job: «Hast du die Fee gesehen?» «Nein, Vater.» Yves: «Wenn du lange genug ehrlich bist, zeigt sie sich. Nicht eher.» Job fischte zweiundzwanzig Jahre ehrlich, bevor er mit vierunddreissig die erste Fee sah. Sagte zu seiner Tochter Annaïk, gleiches Alter: «Du wartest.» Annaïk wartete. Sie sah ihre Fee mit achtundzwanzig — jünger als Vater und Grossvater. Sie sagte zur Tochter: «Ehrlichkeit geht schneller, wenn man das Beispiel hatte. Drei Generationen: dreissig, vierunddreissig, achtundzwanzig. Du siehst vielleicht mit zweiundzwanzig.»
Vie FelineKattengedrag en vachtverzorging
Heimweer.be — Europees Erfgoed Bewaard


