Die Erscheinung von Vierzehnheiligen
Die Basilika Vierzehnheiligen auf der Frankenhöhe gegenüber Kloster Banz, eines der schönsten Rokoko-Wallfahrtsbauten der Welt (1743–1772, Balthasar Neumann), steht an der Stelle, wo 1445 ein Schäferjunge viermal die vierzehn heiligen Nothelfer erscheinen sah.
1 Die erste Erscheinung
Im Sommer 1445 hütete Hermann Leicht, ein vierzehnjähriger Schäferjunge aus dem Herzogtum Coburg, die Schafe des Zisterzienserklosters Langheim auf der Frankenhöhe gegenüber Kloster Banz. Am 24. September, als er im Kornfeld dem verirrten Lamm nachsuchte, sah er plötzlich im Gras ein weinendes Kind. Er hängte sich daneben. Das Kind verschwand. Hermann lief erschrocken zum Stall zurück.
Vier Wochen später, am 28. Oktober, an derselben Stelle, sah er das Kind wieder. Diesmal war es nicht allein: um das Kind standen vierzehn junge Menschen in weißen Gewändern, in einem Halbkreis. Das Kind sprach: «Wir sind die vierzehn Nothelfer. Baue uns hier eine Kapelle, dann sind wir Dir Helfer in jeder Not.» Hermann eilte zum Abt von Langheim. Der Abt zweifelte. Hermann ging getröstet zurück zu seinen Schafen.
2 Die vier Erscheinungen
Die dritte Erscheinung kam am 1. Januar 1446. Das Kind zeigte Hermann einen runden Kreis im Gras, so groß wie eine Wiege, und sprach: «Hier kommt der Altar.» Die vierte und letzte Erscheinung kam am 17. Mai 1446. Diesmal genasen an jener Stelle zwei kranke Pilger, die Hermann davon gehört hatten — ein Lahmer aus Coburg und ein Blinder aus Bamberg. Der Abt von Langheim konnte nun nicht mehr zweifeln.
Am 28. Mai 1446 segnete Abt Friedrich Reuter den Ort. Eine hölzerne Kapelle wurde dort 1448 gebaut, und 1525 eine erste Steinkirche. Die Wallfahrt zog an: um 1700 zählte man jährlich 100.000 Pilger. Der Ort hieß Vierzehnheiligen — die vierzehn Heiligen.
3 Die Rokokobasilika
1741 beauftragte der Bischof von Bamberg, Friedrich Karl von Schönborn, den Architekten Balthasar Neumann, eine Basilika zu bauen, die der Wallfahrtstat gebührend Ehre erweisen sollte. Neumann entwarf ein Rokoko-Meisterwerk mit einem Gnadenaltar — einem ovalen Altar mit den vierzehn Nothelfern in Bildern — genau an der Stelle, wo Hermann das Kind gesehen hatte. Der Bau dauerte von 1743 bis 1772.
Die Basilika steht noch. Hermann Leicht starb 1465 als Laienbruder Langheims. Sein Grab ist in der Basilika. Die Wallfahrt ist seit 1446 nie unterbrochen worden. 2026 ziehen noch immer 700.000 Pilger im Jahr auf die Frankenhöhe, um die vierzehn Nothelfer um Hilfe zu bitten gegen Pest, Krieg, Einsamkeit und all die anderen Nöte, von denen ein Mensch findet, dass er sie nicht allein tragen kann. Der Abt von Langheim, der zuerst zweifelte — Abt Friedrich Reuter — wurde 1457 unter dem Gnadenaltar bestattet, mit den Worten: «Hier ruht, wer am spätesten glaubte.»
Vie FelineKattengedrag en vachtverzorging
Heimweer.be — Europees Erfgoed Bewaard


