Das Ungeheuer von Utrecht: der Basilisk
Im Juni 1453 wurden drei Küster tot aus der Domgruft Utrecht herausgetragen, alle ohne Wunde, alle mit dem starren Schreckensblick. Der vierte, ein Glaser mit Spiegel, kam lebend zurück — und brachte den Basilisken tot in einem Tuch.
1 Das Hahnenei
Die Basilisken-Überlieferung: ein Hahn von sieben Jahren legt einmal ein Ei ohne Dotter. Brütet eine Kröte es aus, entsteht ein Basilisk — klein wie eine Eidechse, mit Hahnenkamm und Schlangenschwanz, dessen Blick tötet. In der Domgruft Utrecht fand Küster Jan Spaen im Mai 1453 ein solches Ei in einer Ecke, wo keine Hühner hinkamen. Aus Angst liess er es liegen. Im Juni starben drei Küster — Jan, Hendrik, Pieter — in der Gruft an verschiedenen Tagen, ohne Erklärung. Erst dann begriff das Kapitel: der Basilisk war aus dem Ei geschlüpft.
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