Der Bayerische Hiasl
Matthäus Klostermayr (1736–1771), genannt der Bayerische Hiasl, war der Robin Hood Bayerns. Wilderer und Jäger, Führer einer vierzigköpfigen Bande, ehrlich und gefürchtet. Er stahl vom Adel, teilte mit den Armen, und wurde von seinem eigenen Volk verraten. 1771 wurde er in Dillingen lebendig gerädert.
1 Der junge Wilderer von Kissing
Matthäus Klostermayr wurde 1736 in Kissing geboren, einem Dorf südlich von Augsburg. Sein Vater war Knecht; die Familie war arm. Mit fünfzehn ging Matthäus bei einem bayrischen Jagdmeister als Jagdknecht arbeiten. Dort lernte er die Wälder, die Büchsen, die List des Wildes. Doch er sah auch die herzoglichen Jagdpartien, wo der Adel zum Vergnügen jagte und dem Bauern überließ, was übrigblieb.
1758 wilderte Matthäus zum ersten Mal selbst. Er schoss einen Hirsch im herzoglichen Bann und verteilte das Fleisch an vier arme Familien in Kissing. Einer seiner Gefährten verriet ihn; er wurde gefasst, geschlagen, freigelassen. Er ging anschließend in den Augsburger Wäldern unter und baute langsam eine Bande um sich auf.
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