Heilen mit Pflanzen in Villers-la-Ville
Zwischen den imposanten Ruinen der Abtei von Villers-la-Ville, wo einst Zisterziensermnche in Stille lebten und arbeiteten, befinden sich die Reste eines der wichtigsten Kräutergärten des Landes. Die Mönche waren nicht nur Männer des Gebets, sondern auch Heiler, die die Kraft der Pflanzen kannten wie kaum ein anderer.
1 Der Garten der Mönche
Im Schatten der Abteimauern, geschützt vor Wind und Frost, lag der Hortus Conclusus — der geschlossene Garten. Hier wuchsen Reihen von Lavendel, Salbei, Thymian und Rosmarin neben selteneren Pflanzen wie Baldrian, Fingerhut und Eisenhut. Jede Pflanze hatte ihren Platz, jedes Kraut seinen Zweck. Die Mönche kannten den Unterschied zwischen Heilmittel und Gift, und dieser Unterschied lag oft in der Dosierung.
Der Bruder-Apotheker, stets der gelehrteste der Gemeinschaft, führte ein Herbarium, in dem jede Pflanze genau beschrieben war: wann zu pflücken, wie zu trocknen, in welchen Verhältnissen zu mischen. Dieses Buch wurde von Generation zu Generation weitergegeben, stets ergänzt durch neue Entdeckungen.
2 Wissen in der Stille
Die Zisterzienser lebten nach der Regel der Stille — Sprechen war auf das Notwendigste beschränkt. Doch im Kräutergarten arbeiteten die Mönche Seite an Seite, und ihr Wissen wurde durch das Tun übertragen: zusehen, wie der Meister eine Wurzel schnitt, fühlen, wann ein Blatt reif war, riechen, wann ein Aufguss die richtige Stärke hatte.
Die Menschen aus den umliegenden Dörfern kamen zum Abteiportal, wenn sie krank waren. Die Mönche wiesen niemanden ab — Bauer oder Edelmann, arm oder reich. Sie stellten Salben gegen Hautkrankheiten her, Tees gegen Fieber und Umschläge gegen Schwellungen. Dafür verlangten sie nichts, außer einem Gebet.
3 Die Gärten heute
Die Abtei wurde während der Französischen Revolution zerstört, doch das Wissen ging nicht verloren. Im neunzehnten Jahrhundert begannen Botaniker, die Pflanzen zu dokumentieren, die noch in den Ruinen wuchsen — Nachkommen der ursprünglichen Klostergärten. Heute ist der Kräutergarten teilweise wiederhergestellt, und Besucher können dieselben Pflanzen sehen, die die Mönche vor achthundert Jahren züchteten.
Es ist ein stiller Ort, geschützt von alten Mauern, wo der Duft von Lavendel und Salbei noch immer in der Luft liegt. Wer hindurchgeht, wandelt buchstäblich auf den Spuren von Männern, die glaubten, die Erde enthalte alles, was ein Mensch braucht, um zu heilen — wenn man nur weiß, wo man suchen muss.
Vie FelineKattengedrag en vachtverzorging
Heimweer.be — Europees Erfgoed Bewaard


